Geschichte des Nonnentums


Die Rolle der Frau im Buddhismus ist zwangsläufig eine ungeordnete, da es heißt, im Körper einer Frau kann man keine Erleuchtung erlangen. Man kann sich durch spirituelle Praxis darauf vorbereiten, in der oder den nächsten Geburten einen männlichen Körper zu erlangen, mit dem man dann die Möglichkeit bekommt, den Kreis der Wiedergeburten zu durchbrechen, um in das Nirwana einzugehen.

Zur Zeit Buddhas war die indische Gesellschaft stark patriarchisch geprägt. Buddha wollte damals keine Frauen in das Sangha, die Gemeinde, aufnehmen, aus Sorge, es könnte dadurch zu Uneinigkeiten kommen. Buddhas Tante und Stiefmutter, Pajapati, bat ihn dennoch auch Nonnen zu ordinieren. Buddha schüttelte drei mal den Kopf. Darauf hin tat Pajapati etwas sehr radikales. Sie und mehrere andere Frauen rasierten sich die Köpfe, zogen Roben an und folgten Buddha und dem Sangha. Nur nach der Fürsprache von Ananda, Buddhas Haupthelfer, wurden die Frauen ins Sangha aufgenommen. Dies geschah aber nicht ohne, dass die Frauen strenge Gelübde ablegen mussten. Eines dieser Gelübde besagte, dass sie immer ihren männlichen Kollegen, auch wenn diese viel jünger und unerfahrener waren als sie, unterstellt sein würden.

Da es zur vollen Ordination eines Mönches/ Nonne (Bhikkhu/Bhikkuni) 11 schon voll ordinierte Mönche bzw. Nonnen benötigt, starb die Linie der Bhikkunis im tibetischen Buddhismus aus, bzw. wurde nie etabliert. Da der Weg vom indischen Subkontinent in die Hochplateaus der Himalayas überaus schwierig war und ist, kamen nur wenige Nonnen in diese Täler. Demnach gibt es offiziell keine voll ordinierten Nonnen in der tibetisch-buddhistischen Tradition. Somit kann eine Frau, sollte sie dem Sangha beitreten wollen, nur die untergeordnete Position einer Sramanerika, Novizin, einnehmen. Dies bedeutet jedoch, dass ihnen dadurch viele Türen, die den Mönchen offen stehen, verschlossen bleiben.

Karma Lekshe Tsomo Anfang der 80er Jahre fand sich eine Gruppe von Nonnen, die in der tibetischen Tradition ordiniert waren, um die volle Ordination zu bekommen. Darunter auch die, in Hawaii geborene, Amerikanerin Karma Lekshe Tsomo (home.sandiego.edu/~ktsomo). Sie wurde in Korea, zusammen mit vielen anderen Frauen aus allen Ländern und buddhistischen Traditionen, voll ordiniert. Seit dem spielt sie eine wichtige Rolle im Kampf um die Gleichberechtigung der tibetischen Nonnen und der buddhistischen Frauen. 1987 gründete sie "Shakyadhita", The International Association of Buddhist Women, (www.sakyadhita.org) und unterstützt insgesamt 8 Nonnenklöster in den Himalayregionen von Lahoul/Spiti, Ladakh, Zanskar und Kinnour. Diese Klöster sind meist die einzige Möglichkeit für Frauen, eine Ausbildung zu bekommen und ein spirituelles Leben führen zu können.


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