Prinzipien der Tibetischen Medizinlehre
Die Tibetische Medizin beruht auf einer ganzheitlichen Betrachtungsweise. Sie strebt das innere Gleichgewicht der Kräfte im Körper an. Den Ursachen von Krankheiten liegen nach tibetischer Medizinlehre die drei Geistesgifte Hass, Ignoranz und Gier zugrunde. Sie hängen unmittelbar mit den drei zentralen Körperenergien oder Körperprinzipien Galle (tibetisch: rLung), Schleim (tripa) und Wind (bekän) zusammen. Diese sind nicht mit unseren gleich lautenden Begriffen vergleichbar, sondern stehen für bestimmte energetische Zustände und Formen.

Galle zeigt sich in der Form von Körperwärme, Schleim in der Form von Flüssigkeit und Wind als Bewegung. In einem gesunden Körper sind die Körperprinzipien im Gleichgewicht. Die drei Körperprinzipien manifestieren sich über die fünf Elemente Erde, Wasser, Luft, Feuer und Raum. Aus den verschiedenen Kombinationen dieser fünf Elemente ergeben sich unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Die tibetischen Arzneien wirken im Körper vornehmlich über die Geschmacksempfindung; der Geschmack ist Teil der Heilwirkung. Unterschieden werden sechs Geschmacksrichtungen (süss, sauer, salzig, bitter, scharf, herb). Deshalb haben zum Beispiel auch die teils in Europa erhältlichen tibetischen Teemischungen einen ausgeprägten Geschmack.